Generative AI liefert zunehmend Käufer für den Onlinehandel
Im Juli 2024 kauften Besucher von AI-Quellen wie ChatGPT noch 43% weniger. Die Conversion ist seitdem stark gestiegen.

Normalerweise verlinke ich derartige Studien nur ungern, da die Herausgeber immer eine oder mehrere Einfärbungen haben, die das Ergebnis verfälschen. Ein klassisches Beispiel sind Webanbieter, die allgemeine Trends ablesen wollen, obwohl sie ohne Mobile SDKs gar nicht wissen, wie die Apps eines Webseitenbetreibers genutzt werden. Ebenfalls unzuverlässig sind Tools mit einer zu spezifischen Zielgruppe, die dies in ihren Ergebnissen jedoch nirgendwo erwähnen. Aber mein ganz persönlicher Nemesis sind nahezu alle Arten von Konsumentenbefragungen. Selbst bei korrekter Fragestellung antworten die meisten nicht wahrheitsgemäß.
Diese Studie stammt jedoch von Adobe Analytics, denen ich zumindest teilweise vertrauen würde. Auch Adobe hat natürlich seine Agenda, aber deren Webtracking-Lösung ist nach Google Analytics eine der am weitesten verbreiteten und mit 1 Billion US-Webseitenbesuchen in nur sieben Monaten dürfte die Zielgruppe ebenfalls breit genug sein. Außerdem handelt es sich um Webseitenkäufe von AI-Quellen, wie z.B. ChatGPT oder Perplexity. Adobe kann diese Customer Journey problemlos abbilden. Okay, aber genug der Vorrede. There you go:

Was ist im November 2024 passiert? Mein erster Impuls war, dass Adobe einen neuen Enterprise-Kunden an Bord geholt hat. Allerdings hat kein US-Retailer genug monatliche Besucher, um die Daten derartig zu verfälschen. Gab es also doch eine tatsächliche Verhaltensänderung rund um die Black Week? Es ist jedenfalls bemerkenswert, dass die Kaufrate der AI- und Non AI-Nutzer seitdem parallel verläuft.
Hat Google das ebenfalls bemerkt und rollt seine AI-Features deshalb jetzt auf einmal aggressiver in der Suche aus? So viele Fragen, auf die ich leider keine Antwort habe. Ich bin gespannt, ob wir spätestens zur Google I/O im Mai mehr dazu erfahren.